Bildungsdirektion für Burgenland

Die Bildungsdirektion für Burgenland ist zuständig für alle Schulen des Burgenlandes mit Öffentlichkeitsrecht.

Bildungsdirektion für Burgenland
27.10.2019

25 Jahre Minderheiten-Schulgesetz im Burgenland

25 Jahre Minderheiten-Schulgesetz im Burgenland
Jubiläumsfeier

Text und Fotos:  Marie Mörz (PHB)

Raum4Sprache&Kultur
Mjesto za jezik i kulturu
Nyelvek és kultúrák tere
Than la tschibtschake taj kulturake

Vor 25 Jahren wurde das Minderheiten-Schulgesetz für das Burgenland verabschiedet. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums lud das Forum4Burgenland, ein gemeinsames Bildungsforum der PH Burgenland, der Bildungsdirektion und der burgenländischen Volksgruppen, zur Veranstaltung „Raum4Sprache&Kultur“ am 17. Oktober 2019 an der Pädagogischen Hochschule Burgenland ein.

Das Minderheiten-Schulgesetz brachte eine klare gesetzliche Grundlage für das Minderheitenschulwesen und war ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des mehrsprachigen Schulwesens im Burgenland. Durch dieses Gesetz kann jede Schülerin, jeder Schüler die Volksgruppensprachen Kroatisch, Ungarisch und Romanes in der Schule erlernen.

Für die PH Burgenland genießen die Volksgruppensprachen schon seit ihrer Gründung eine besondere Bedeutung. „Wir sind alle von der Überzeugung getragen, dass die Volksgruppensprachen und das kulturelle Gut in unserem Land nicht nur erhalten bleiben, sondern auch gefördert werden müssen“, so PH-Rektorin Sabine Weisz. „Die sprachliche Vielfalt ist Ausdruck der burgenländischen Identität und seit jeher ein wichtiger Bestandteil der Aus-, Fort- und Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Burgenland. Seit 2018 haben wir eine eigene Stabstelle Minderheitenschulwesen.“

Das Burgenland sei ein Beispiel der gelungenen Integration, so Bildungsdirektor Heinz Zitz. Die Sprachenvielfalt spiegle sich auch im burgenländischen Schulsystem wider.

Zur Eröffnung sorgten die Kinder aus der zweisprachigen Volksschule Trausdorf für musikalische Unterhaltung und stimmten die Besucher_innen mit kroatischen Liedern ein.

Marjan Sturm, ehem. Vorsitzender des Zentralverbandes slowenischer Organisationen, hielt eine Keynote über die Aspekte des Territorialitätsprinzips im Bereich des Minderheitenschulwesens. Heute merken die Menschen, dass Mehrsprachigkeit wichtig sei. Die Anmeldezahlen für den zweisprachigen deutsch-slowenischen Unterricht steigen, wovon die Mehrheit auf Deutschsprachige entfalle. Die ökonomische Bedeutung der Sprache steige und erhöhe die Jobchancen, so Sturm. Man müsse sich fragen, was sei das Alleinstellungsmerkmal in diesem Land: „Und meiner Meinung nach ist es die sprachlich-kulturelle Vielfalt. Jeder von uns trägt auch etwas vom Anderen in sich!“

Zum Schluss fand eine Podiumsdiskussion mit Jürgen Neuwirth (Leiter des Bereichs Pädagogischer Dienst der Bildungsdirektion), Sabine Weisz (PH-Rektorin), Emmerich Gärtner-Horvath (Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Roma), Iris Zsótér (Vorsitzende-Stellvertreterin des Volksgruppenbeirats der Ungarn) und Martin Ivancsics (Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Burgenlandkroaten) statt. Dabei wurde insbesondere auf die Bedeutung des gesetzlichen Rahmens in unserer sich rasant ändernden Gesellschaft eingegangen. Folgende Fragestellungen standen im Mittelpunkt der Diskussion: Welche Vorteile hat das Gesetz gebracht? Welche Herausforderungen gibt es angesichts der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen und was muss noch verbessert werden?

Zum Schluss fand eine Podiumsdiskussion mit Jürgen Neuwirth (Leiter des Bereichs Pädagogischer Dienst der Bildungsdirektion), Sabine Weisz (PH-Rektorin), Emmerich Gärtner-Horvath (Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Roma), Iris Zsótér (Vorsitzende-Stellvertreterin des Volksgruppenbeirats der Ungarn) und Martin Ivancsics (Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Burgenlandkroaten) statt. Dabei wurde insbesondere auf die Bedeutung des gesetzlichen Rahmens in unserer sich rasant ändernden Gesellschaft eingegangen. Folgende Fragestellungen standen im Mittelpunkt der Diskussion: Welche Vorteile hat das Gesetz gebracht? Welche Herausforderungen gibt es angesichts der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen und was muss noch verbessert werden?

Es ist der Auftrag der Bildungseinrichtungen und der Politik, Demokratie umfassend zu fördern und im Bewusstsein der Menschen nachhaltig zu verankern. Durch dieses Gesetz wurden den Volksgruppensprachen ein besonderer kultureller Stellenwert eingeräumt und rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, die kulturelle und sprachliche Vielfalt sicherstellen, unser Gemeinwesen bereichern, zu gegenseitigem Verständnis führen und letztlich das friedliche Zusammenleben stärken. 

„Daraus leitet sich das Bildungsziel ab, die Sprachenvielfalt zu fördern und den Bestand sowie die Erhaltung der autochthonen Volksgruppen sicherzustellen. Damit werden für junge Menschen vielfältige Bildungs- und Berufschancen eröffnet und jene Kompetenzen vermittelt, welche im Zuge einer globalisierten Welt zunehmend an Bedeutung gewinnen“, so Karin Vukman-Artner, Leiterin der Abteilung Minderheitenschulwesen der Bildungsdirektion Burgenland.