Weichenstellungen für die Bildung
LH Hans Niessl und LR Astrid Eisenkopf präsentierten Vorhaben ihrer künftigen Regierungsarbeit Die Schwerpunkte und Pläne ihrer Aufgabenbereiche präsentierten Landeshauptmann Hans Niessl und Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf in einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Eine effizientere Schulverwaltung, wohnortnahe Schulen und Schulautonomie, Ganztagsschule sowie Sanierungs- und Baumaßnahmen an Schulen und Kindergärten nennt Niessl als zentrale Vorhaben im Bildungsbereich. Landesrätin Eisenkopf will die Jugendförderung bedarfsgerechter und zielgenauer gestalten, im Bereich Umweltschutz und erneuerbare Energien Bürgerbeteiligungsmodelle ausbauen. Das Bürgermeisteramt soll für Junge attraktiver gemacht und mit einem „Gemeindepaket“ BürgermeisterInnen und Gemeindebedienstete in Rechtsfragen unterstützt werden. Bildung in einer Hand, schlankere Schulverwaltung „Noch nie ist eine Landesregierung so intensiv, so kräftig und stark in die neue Legislaturperiode gestartet“, stellte Niessl eingangs fest. Innerhalb von vierzehn Tagen seien 162 Tagesordnungspunkte bearbeitet worden. Dass mit der Regierungsbildung etwa der gesamte Bildungsbereich vom Kindergarten bis zur Fachhochschule nun bei einem einzigen Regierungsmitglied statt wie bisher bei vier ressortiere, zeige, dass hier „ein moderner, innovativer Weg“ eingeschlagen worden sei, erklärte Niessl. Die Erneuerung der Strukturen bei der Zuteilung der Kompetenzen werde die Arbeit wesentlich erleichtern. In einem nächsten Schritt sollen auch die Abteilungen des Landes entsprechend adaptiert werden. Kindergärten: 3 Mio. Euro für sprachliche Frühförderung beschlossen Beschlossen worden sei zuletzt etwa die sprachliche Frühförderung im Ausmaß von 3 Mio. Euro. Das sei ein wichtiger Schritt zum Ziel, dass alle burgenländischen Kinder die deutsche Sprache beherrschen, gut auf den Unterricht vorbereitet und Defizite abgebaut werden. 27,4 Mio. Euro stehen für die Kindergärten seitens des Landes zur Verfügung, davon 21,5 für das Personal, 4,4 Mio. für den Gratiskindergarten und Kinderkrippe, 1,5 Mio. für das Bauprogramm. „Schulstart Neu“ 2016 landesweit Die Schnittstelle Kindergarten – Schule soll ausgebaut werden. Die in einigen Gemeinden bereits als Pilotmodell laufende Initiative „Schulstart Neu“ soll es ab Herbst 2016 landesweit geben. Bei regelmäßigen Besuchen von ihren künftigen LehrerInnen soll im Austausch mit den KindergartenpädagogInnen allfälliger Nachholbedarf erhoben und so der Übergang in die Schule erleichtert werden. Künftig soll die Pädagogische Hochschule die Ausbildung für die KindergartenpädagogInnen durchführen, wie sie das bereits für die FreizeitpädagogInnen macht. 15,4 Mio. Euro für schulische Tagesbetreuung bis 2018/19 Im Pflichtschulbereich sind die kleinsten Klassen und der Ausbau der ganztägigen Schulformen wichtige Ziele. Weiter ausgebaut werden soll die schulische Tagesbetreuung. Im letzten Schuljahr seien insgesamt 6.500 SchülerInnen betreut worden, das entspreche einer Betreuungsquote von über 35% - „damit haben wir die höchste Betreuungsquote gemeinsam mit Wien“, sagte Niessl. Hier bestehe noch Potential nach oben. Künftig könne die Betreuung auch von über 160 ausgebildeten FreizeitpädagogInnen geleistet werden. Engere Kooperation der FHs und PH mit den Universitäten Der Bereich der Fachhochschulen soll im Hinblick auf noch höhere Qualität evaluiert und „künftig noch mehr Wert auf Technik gelegt werden. Der Technik gehört die Zukunft“, so Niessl. Dafür soll es regelmäßig einen runden Tisch im Bildungsbereich mit der Leitung der Fachhochschulen, dem Landesschulrat, Vertretern der Gemeinden, aber auch der Kindergärten und Schulen geben. „Wir wollen das Bildungsland Nummer 1 in Österreich bleiben“. Und die FHs und die PHs sollen künftig enger mit den Universitäten kooperieren. So soll die PädagogInnenausbildung an der PH soll in Kooperation mit der Uni Graz erfolgen. „Die Zukunft ist jung“ Unter dem Motto „Die Zukunft ist jung“ will Neo-Landesrätin Eisenkopf Jugendpolitik mit den Jugendlichen machen und Lehrlinge, Schülerinnen, Studentinnen und berufstätige Jugendliche einbinden. Dabei setzt sie auf die Themen Junges Wohnen, die rasche Einführung des Top-Jugendtickets für alle unter 26, den Breitband-Ausbau bis hin zu WLAN-Zugang an öffentlichen Plätzen. In einigen Bereichen soll die Jugendförderung auf neue Beine gestellt und – „Projekte bedarfsgerechter und zielgenauer umgesetzt, bestehende Projekte im Bedarfsfall adaptiert werden“. Skype-Aktion im Herbst Für Herbst plant Eisenkopf eine Skype-Aktion. „Damit will ich einmal wöchentlich den burgenländischen Jugendlichen von Nord bis Süd die Möglichkeit geben, unkompliziert mit mir in Kontakt zu treten“. Soziale Umweltpolitik „Im Zukunftsressort ergänzen sich die Bereiche Umwelt, Naturschutz, Energie und Jugend optimal“, sagte Eisenkopf. Maßnahmen zur Sensibilisierung sollen das Bewusstsein für Umwelt, Natur und Klima weiter schärfen. Am Ausbau der Erneuerbaren Energien will sie gemeinsam mit der Bevölkerung weiterarbeiten und so deren Akzeptanz erhalten. „Wir werden bei der Förderung von Gebäudesanierungen, die ein großes Energiesparpotential darstellen, ebenso ansetzen wie bei Effizienz in der Mobilität“. Im Bereich Umweltschutz und erneuerbare Energien sollen die Bürgerbeteiligungsmodelle ausgebaut werden, und auch die Speicherung von Energie wird in den nächsten Jahren ein zentrales Thema sein. Vorsorgende Beratung zur Schuldenvermeidung Beratung und Unterstützung noch vor der Umsetzung von Projekten sieht Eisenkopf als hilfreich bei den immer komplexeren Anforderungen an BürgermeisterInnen und Gemeindebediensteten und als Vorsorge für dräuende Finanzprobleme: „Mithilfe eines Gemeindepakets, das wir gemeinsam mit Experten derzeit zusammenstellen, sollen die Mitarbeiter und die Mandatare der Gemeinden zusätzliche Unterstützung erfahren. Beispielsweise in Rechtsfragen bei großen Bauvorhaben, Steuerangelegenheiten oder bei einer Vertragsgestaltung“. Die Gemeindeabteilung soll noch mehr als Anlaufstelle mit Servicecharakter fungieren. Mit einer Politik für junge Menschen hofft Eisenkopf darüber hinaus, mehr Junge für die politische Arbeit in den Gemeinden zu begeistern und auch das Bürgermeisteramt attraktiver zu machen. Bildtext: Präsentierten Vorhaben ihrer künftigen Regierungsarbeit: LH Hans Niessl und LR Astrid Eisenkopf
Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice
