Bildung braucht neue Räume – in mehrfacher Hinsicht
Architektur und Pädagogik (k)ein Widerspruch!
Am 23.10.2014 war wurde dieses Thema im B(R)G Neusiedl am See im Zuge der Reihe „Schule und Baukultur“ die Veranstaltung „Neue Räume für die Bildung“ ausführlich diskutiert.
Neue, aktuelle Tendenzen im Schulbau sind im Mittelpunkt gestanden, Vorträge wie „Schulpädagogik prägt die Architektur“ (ÖISS - Österreichisches Institut für Schul- und Sportstättenbau - DI Karin Schwarz-Viechtbauer, Direktorin, Referat Schulbau, Sporthochbau) oder „Planen, Bauen, Lernen - Entwicklungen im österreichischen Bildungsbau“ (SOLID architecture - DI Christoph Hinterreitner, Architekt) bzw. „Neue Wege im Wiener Schulbau - Entwicklungen am Beispiel Campus Hauptbahnhof“ (PPAG - DI Georg Poduschka, Architekt) boten anhand internationaler und nationaler Beispiele einen Überblick über die konkreten räumlichen Auswirkungen alternativer bzw. neuer Bildungsmodelle auf den Schulbau.
Der stetige Wandel der Gesellschaft bedingt auch Veränderungen im Bildungssystem. Die Bildungsreform ist in aller Munde – steht ein pädagogischer Paradigmenwechsel bevor? Neue team- und praxisorientierte Unterrichtsformen werden erprobt, neben dem traditionellen Frontalunterricht wird auch in Klein- und Kleinstgruppen unterrichtet. Projekt- und Gruppenarbeit wird gefördert und bringt mehr Bewegung in den Lernbereich. Die pädagogischen Ansätze sind, wie es scheint, im Fluss – die Räume hingegen sind meist aber starr – bislang.
Was international schon länger zu beobachteten ist, lässt sich im Ansatz mittlerweile auch österreichweit wieder finden – im Schulbau bewegt sich etwas. Herkömmliche Raumabgrenzungen werden aufgelöst, Clusterkonfigurationen entstehen. Das betrifft nicht nur die Innenräume, auch die Außenräume werden mit eingebunden. Bedarf besteht sowohl an Räumen für konzentriertes Arbeiten und Rückzug als auch an großzügigen kommunikationsfördernden Zonen. Den Schüler/innen sollen unterschiedliche Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung ihrer Lernsituation zur Verfügung stehen. Schule und Freizeit werden auch zeitlich überlagert. Ob Ganztagesschule, Campusmodell oder Nachmittagsbetreuung, die Veränderung der Aufenthaltsdauer im Bildungsbau bedingt auch eine entsprechendeVeränderung des Raumangebotes – für Schüler und Lehrer.
Diskussionsteilnehmer dieser Veranstaltung der PH Burgenland: LSR - Landesschulrat für Burgenland - Amtsführender Präsident Mag. Heinz Josef Zitz: „Pädagogische Konzepte im Burgenland“;
PHB - Pädagogische Hochschule Burgenland - Rektor Mag. Dr. Walter Degendorfer: „Pädagogische Konzepte und räumliche Erfordernisse“;
B(R)G - Gymnasium Neusiedl am See: Direktor HR Mag. Walter Roth: „Schulbau aus der Nutzersicht“
Moderation: Architekt DI Erich Kugler, Vorsitzender des Beirates für Baukultur und Ortsbildpflege des Landes Burgenland.
