18.02.2026

Auf historischen Spuren

Verantwortlich für den Inhalt: Karl Knor

Im Rahmen der Waldpädagogik waren die Kinder der 1./2. Schulstufe im Ried „Auf dem Berge“ (kroatisch: Fuzajka) unterwegs und machten für sie eine neue Entdeckung: Eine Steinwand! So kamen sie zufällig zu einer Neuberger historischen Spur, die ihnen noch nicht bekannt war, aber natürlich den älteren Semestern.

Die „Fuzajka“ ist ein erloschener Vulkankegel in Neuberg, von denen es ja viele im Südburgenland gibt. Hier fand und findet man noch immer basaltische Tuffe, die schwarz gefärbt sind. In dem Gestein kommt aber auch Olivin vor, dessen Farbe von einem hellen Gelbgrün bis zu einem dunklen Olivgrün variiert. Dieses Mineral ist kein gewöhnlicher Stein., der an der Erdoberfläche entstanden ist. Olivin entsteht in den Tiefen unseres Planeten, im Erdmantel. Die Geschichte des Olivins beginnt nicht an der Erdoberfläche, sondern in der Tiefe. Dieses Mineral kristallisiert im Erdmantel unter extremen Bedingungen von Temperatur und Druck. Vulkanische Aktivitäten befördern dieses Mineral jedoch an die Oberfläche. Beim Aufstieg des Magmas werden Olivinkristalle mitgerissen. Die grünen Olivinkörner, die wir in vulkanischen Gesteinen sehen, sind tatsächlich Bruchstücke des Erdmantels.

Da die Menschen seit Generationen über dieses Vorkommen wussten, dies aber nicht richtig einordnen konnten bzw. die Hoffnung hatten, dass es sich um Edelsteine handelt, wurde eine genaue Bodenuntersuchung durchgeführt. Die Mineralogische Abteilung der Universität Wien nahm diese in den 1950-er Jahren vor. Zu diesem Zwecke wurden auf dem Berghang 3 Gruben ausgehoben um Gesteinsproben zu entnehmen. Nach dem ernüchternden Ergebnis, dass es sich nicht um Edelsteine handelt, wurden die drei Gruben durch Generationen hindurch als Spielplatz der Kinder und Jugendlichen für eigenständige Grabungen nach den Olivinen verwendet oder auch als Platz für ein Lagerfeuer. Nachdem dieses Gelände in den letzten Jahrzehnten zum Wald wurde und die heranwachsenden Kinder in ihrer Freizeit nicht mehr so wie früher in der freien Natur spielen, ist die Kenntnis über die drei Gruben bei der jüngeren Generation in Vergessenheit geraten. Umso größer war dann das Aha-Erlebnis bei den Kindern, als sie (im Neuberger Jubiläumsjahr: 450 Jahre erste urkundliche Erwähnung) auf diese Spur aus der Neuberger Vergangenheit aufmerksam wurden.