Unsere Schule
(1931 - 2004)

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ist mehr als ein Haus

Schule hat Geschichte:

Wie wir aus der Geschichte wissen, war Bildung und Schule zuerst einmal im Aufgabenbereich der
Kirche. Sie betrieb die Klosterschulen, Dom-und Pfarrschulen, versorgte sie mit Lehrern, Lehr- und
Arbeitsbehelfen. In der Folge ging diese  Aufgabe immer mehr in weltliche Hände über und es folgten
daraus die Stadtschulen, Winkelschulen, Lese-und Rechenschulen. Schon in dieser Zeit gab es
nachweislich in Marz einige Lehrer, die allerdings unter recht armseeligen Voraussetzungen
unterrichteten und vom Wohlwollen und dem Entgegenkommen der Bevölkerung abhängig waren. Im
Jahre 1774 erläßt Kaiserin Maria Theresia bereits die erste Allgemeine Schulordnung und dehnt die
Schulpflicht auf 6 Jahre aus. Bezeichnend für diese Zeit waren damals die 1-2 klassigen Trivialschulen
und die Hauptschulen mit 4 Klassen. Die auch heute noch zumindest dem Namen nach bekannte
Sonntagsschule war für 18-20 jährige gedacht und auch von diesen besucht, die trotz allgemeiner
Schulordnung nicht die Schule besuchen konnten oder durften. Durch die Politische Schulverfassung
wurde dem bestehenden Schulsystem die 3-klassige Realschule angeschlossen. Das Reichsvolks -
Schulgesetz brachte die achtjährige Schulpflicht die dreijährige Bürgerschule, die der heutigen
Hauptschule vergleichbar ist.
1962 kommt es zu einem umfassenden Schulgesetzwerk, das die Schulpflicht auf 9 Jahre verlängert
und die Hauptschule mit der 5.-8. Schulstufe und den Polytechnischen Lehrgang eingerichtet.
Ebenso wird die Sonderschule mit einer eigenen Sonderschulpflicht in diesem Gesetz verankert.
Die Humanisierung, Demokratisierung und den Auf- und Ausbau der partnersachaftlichen Schule
sichert aber erst das Schulunterrichtsgesetz 1972. Mit diesem Gesetz Hand in Hand ging auch die
Einführung der freien Schulbücher, die Schülerfreifahrten, das Mitspracherecht der Eltern und der
Schüler in allen Belangen der Schule und des Schulbetriebes.

Wie war es bei uns in Marz?

Neben Walbersdorf, Schattendorf, Wiesen, Antau, Baumgarten und Neudörfl wird im Visitations-
programm von 1651 auch Marz Marz als Schulstandort erwähnt. In deutschsprachigen Gemeinden
unterrichteten deutschsprechende Lehrer. Die Unterrichtssprache war Deutsch, während in kroatischen
Gemeinden Unterrichtssprache Kroatisch war. Der Lehrer selbst wurde vom Pfarrer aufgenommen
und entlassen.Vielfach war er auch Organist, Hostienbäcker, läutete die Kirchenglocken, musste den
Mesnerdienst versehen und häufig auch die Schreibarbeiten der Gemeinde erledigen. Seine Bezüge
bestanden aus dem Ertrag, den die Schuläcker abwarfen, den Einkünften, die er vom Patronatsherren
bekam und der geringen Bezahlung für den Unterricht und den Stolagebühren, die er vom Pfarrer
erhielt.
Bis zum Jahre 1892 wurde in unserer Schule Deutsch, von 1893 bis 1919 dann Ungarisch als
Unterrichtssprache geführt. Das erste Schulhaus in Marz stand auf dem Platz Nr.11, das ist dort.
wo sich heute die Gendarmerie befindet. Bis 1872 war die Schule einklassig, 1873 zweiklassig,
1899 dreiklassig und nach dem ersten Weltkrieg 1919 vierklassig. Durch die steigende Klassenzahl
war die Mitverwendung des "Edelhofes" (heutiges Rathaus) als Schulhaus erforderlich. Als dann
1930 die Schulpflicht bis zum 14.Lebensjahr ausgedehnt wurde, wurde unsere Schule fünfklassig,
so dass in Form des Wechselunterrichts am Vormittag drei und am Nachmittag zwei Klassen
unterrichtet wurden Diese Tatsache zwang den Schulerhalter, der auch damals die Gemeinde war,
zu einem Schulneubau. So wurde das heutige Schulhaus in der Schulstraße 16 unter schweren
finanziellen Belastungen der Gemeinde errichtet und knapp vor Schulbeginn 1931/32 fertiggestellt.
Durch eine Reihe von Umständen wurde das Haus schließlich im März 1932 bezogen. Die hohen
Schülerzahlen machten im Jahre 1962 einen Zubau erforderlich. Durch diese Maßnahme wurde
auch das Aussehen der Schule verändert. Die große Eingangshalle und der Balkon wichen einer
weiteren Klasse und der Direktionskanzlei.
Durch die Einführung der allgemeinen Hauptschulpflicht wurden die beiden Klassenräume der
Oberstufenklassen wieder frei und es konnte eine sinnvolle Adaptierung und Renovierung ins Auge
gefasst werden. Diese Renovierung wurde im Jahre 1981 in den Ferienmonaten mit einem
Kostenaufwand von etwa 3,5 Millionen Schilling durchgeführt und gab unserer Schule das heutige
äußere Aussehen.