Der Hirmer Geschichtenband entstand im Rahmen des Ausstellungsprojektes " Hirm- ein Dorf in Geschichten - Geschichte eines Dorfes "im Jahre 1997.
Am Beginn des Projektes stand die Idee , die Volksschulkinder für die Geschichte des Dorfes zu sensibilisieren, die zahlreichen  Veränderungen im Dorf aufzuzweigen und im Gespräch mit älteren Mitbürgern deren frühere Lebensumstände zu erforschen. Schon beim ersten informellen Treffen von Lehrerinnen und Eltern zeigte sich ein derart reges Interesse, dass die vorgebrachten Ideen den Rahmen eines reinen Schülerprojektes bald sprengten.
Es wurden daher alle interessierten Personen und Mitglieder der Vereine  zur Mitarbeit eingeladen. Zahlreiche Bürger des Ortes meldeten sich, um am Projekt mitzuarbeiten.
Viele ältere Mitbürger schrieben ihre Erinnerungen auf  oder erzählten bei einer Kaffeejause ihre Erlebnisse den Kindern der Volksschule Hirm.

                

                    HIRM

Ein Dorf in Geschichten -
Geschichten eines Dorfes

Eine Geschichte aus dem Buch :
Pflichten
"Mein Vater war ein ganz liebevoller Vater. Von ihm bekamen wir selten Schelte, er war ja nur über das Wochenende bei uns. Wenn er am Samstag kam, hatte er immer eine Kleinigkeit für uns in seinem Rucksack. Die Mutter war somit Alleinerzieherin. Sie war streng, aber gerecht. Wir mussten schon unsere uns zugewiesenen Pflichten erfüllen, sonst gab es Ärger und manchmal auch Strafe. Je nach Alter gehörten zu unseren Pflichten: Holz und Kohlen hereintragen, Wasser holen, Schuhe putzen, am Samstag Besteck schmirgeln, Türschnallen putzen, täglich den Hof kehren ( das war ganz schön mühsam, weil er recht lang war  und durch die Hühner und Gänse sehr verschmutzt).
Am Samstag musste auch die Gasse gekehrt werden. Das Gießen des Garten lag auch in unserem Aufgabenbereich. Sehr beschwerlich war das Herbeischaffen des nötigen Wassers, weil wir sehr lange keinen eigenen Brunnen hatten und jeden Tropfen Wasser  vom Nachbarn holen mussten. Erst viel später stießen wir auf eine Wasserader weit hinten im Garten, so wurde ein Brunnen gebaut, und wir hatten endlich das eigene Wasser."

Hier einige Bilder aus dem Band:

Hirm um 1935

Teich, Schwimmbad und Villa im Winter

Ortsbevölkerung vor dem Neugebäude

Arbeiter-Konsum

....vor dem Portierhäuschen, um 1926

Schulklasse mit Lehrer Franz Weber

Freibad, um 1938

Hirmer "Stadttheater"

Leichenwagen von Hirm

Daniel Rothermann, der "Wohltäter von Hirm"

Für alle war das ein unvergessliches Erlebnis. Die zahlreichen Interviews bildeten den eigentlichen Grundstock der Ausstellung. Doch die vielen Lebenserinnerungen sollten nach dem Abbau der Ausstellung nicht verloren gehen. Deshalb haben wir beschlossen, sie in einem Buch zu veröffentlichen. Das Buch ist in der Volksschule Hirm erhältlich. Telefonnummer : 02687 / 47770