ROHSTOFFE DER PAPIERHERSTELLUNG

Zu 95 % wird Papier heute aus Holz in Form von Holzstoff, Halbzellstoff oder Zellstoff hergestellt. Faserbildung und Härte des Holzes spielen bei der Auswahl als Papierrohstoff eine Rolle, nicht jedes Holz ist für jede Papierart gleich gut geeignet. Häufig verwendet werden Nadelhölzer wie Fichte, Tanne, Kiefer und Lärche verwendet. Aufgrund der längeren Fasern gegenüber Laubhölzern verfilzen diese Fasern leichter und es ergibt sich eine höhere Festigkeit des Papiers. Aber auch Laubhölzer wie Buche, Pappel, Birke und Eukalyptus werden gemischt mit Nadelholz-Zellstoff eingesetzt. Die Verwendung sehr kurzfaseriger Harthölzer ist auf hoch ausgerüstete Spezialpapiere beschränkt.

Einen Anteil von etwa 65 % hat der Sekundärrohstoff Altpapier an den heute eingesetzten Rohstoffen für Papier, Pappe und Kartonagen. Da Altpapier bereits einmal zu Papier verarbeitet wurde, enthält es viele Zusatzstoffe und wurde bereits gemahlen. Klassischerweise wird Altpapier nur 5-6mal recycled.

Die Verfügbarkeit und die regionalen Gegebenheiten bestimmen hauptsächlich, welche Holzart als Primärrohstoff eingesetzt wird. Allerdings muss auch beachtet werden, dass die Eigenschaften des gewinnbaren Zellstoffes mit der gewünschten Papierbeschaffenheit korrelieren. Schnellwüchsige Hölzer, wie z. B. Pappeln kommen dem großen Bedarf entgegen, eignen sich jedoch nur für Voluminöse, weiche und weniger reißfeste Papiere. Zellstoffe aus Laubhölzern haben kürzere und dünnere Fasern als jene aus Nadelhölzern. Entsprechend den späteren Anforderungen an das Papier werden unterschiedliche Mischungen von diesen Kurzfaser- und Langfaserzellstoffen bzw. Hart- und Weichfaserstoffen eingesetzt. Die Steuerung der Eigenschaften kann geringfügig über den Aufschlußprozeß und die spätere Mahlung variiert werden.

 

Alle zellulosehaltigen Stoffe sind grundsätzlich zur Papierherstellung geeignet. Zunehmend ist die Bedeutung von Altpapier als Rohstoff. Stroh und Papierabfälle werden bis zu 100% für weniger wertvolle Papiersorten eingesetzt.
Der früher wichtigste Rohstoff, die Hadern, finden heute nur noch in geringen Mengen Verwendung.
Rund 42 % des industriell genutzten Holzes wird für die Papierproduktion verwendet

Die 3 wesentlichen Rohstoffe zur Papierherstellung

Mit dem steigenden Verbrauch wächst der Druck auf die Wälder, denn Papier wird zum großen Teil aus Holz hergestellt. Im Wesentlichen besteht es aus drei Komponenten: Ein wichtiger Bestandteil ist der Holzstoff. Dazu schleifen Maschinen das entrindete Holz unter Hinzufügen von heißem Wasser. Der so entstandene Brei wird eingedickt und gebleicht.

Die zweite Komponente ist Zellstoff. Er wird aus Holzschnitzeln hergestellt, aus denen das Lignin, das die Holzfasern zusammenhält, entfernt wird. Dazu wird die gehäckselte Masse in einer sauren oder alkalischen Lösung gekocht. Der bräunliche Brei wird ebenfalls gebleicht.
Alle Komponenten werden gemischt.
Anschließend wird der Zellstoff mit Wasser versetzt und auf unterschiedliche Weise gemahlen. Bei der so genannten röschen Mahlung bleibt die Faserstruktur erhalten. Geeignet ist diese Papier später beispielsweise für Filtertüten oder Toilettenpapier. Die schmierige Mahlung zerquetscht dagegen die Fasern - Voraussetzung für die Herstellung von Schreibmaschinen- oder Druckerpapier.  

Die dritte Komponente ist Altpapier. Das Recyclingmaterial muss zuvor aufbereitet werden. Dazu wird es ebenfalls mit Wasser versetzt, aufgelöst, zerfasert, gereinigt und von Farbstoffen  befreit (De-Inking). Alle Bestandteile, zusammen Ganzstoff genannt, werden anschließend mit Wasser verdünnt, wiederum gereinigt und von Luftbläschen befreit. Dieser dünnflüssige Brei wird auf einem riesigen Sieb verteilt. Das Wasser fließt heraus, die Fasern lagern sich ab und bilden ein feuchtes Vlies. Aus diesem Vlies pressen Walzen in einem nächsten Schritt die verbleibende Flüssigkeit, so dass die Papierbahn dichter und fester wird. Im Trockenzylinder verflüchtigt sich zum Schluss die restliche Feuchtigkeit, bevor die Bahn aufgerollt wird.

Altpapier Österreich auf Rekordjagd

Sammelte jeder Österreicher im Vorjahr bereits 68,3 kg Altpapier, so konnte dieser Spitzenwert heuer noch getoppt werden. Mit 70 kg pro Kopf wurde ein neues Rekordergebnis erzielt. Das Sammeln von Altpapier ist eine österreichische Erfolgsgeschichte '“ in den vergangenen zehn Jahren hat sich die von Österreichs Haushalten gesammelte Menge um über 50 Prozent erhöht. 2006 stieg sie gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf 578.000 Tonnen.

 

Textfeld: Altpapier Österreich auf Rekordjagd
Sammelte jeder Österreicher im Vorjahr bereits 68,3 kg Altpapier, so konnte dieser Spitzenwert heuer noch getoppt werden. Mit 70 kg pro Kopf wurde ein neues Rekordergebnis erzielt. Das Sammeln von Altpapier ist eine österreichische Erfolgsgeschichte '“ in den vergangenen zehn Jahren hat sich die von Österreichs Haushalten gesammelte Menge um über 50 Prozent erhöht. 2006 stieg sie gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf 578.000 Tonnen.
 

 

Papierherstellung mittels Bananen

Eine neue Idee zur Verhinderung des Abholzens von Wäldern wegen Erzeugung von Papier, wurde nebenbei auf dem UNO-Umweltgipfel aufgezeigt. Aus einer Tonne Bananenabfälle könnten 1200 DIN-A4-Seiten hergestellt werden.

Erste Umsetzungen dieses Einfalls erfolgten bereits in zwei Pilot-Fabriken auf Haiti. Aus den Fasern der Bananen wird ein chemiefreier Brei fabriziert und durch Siebe gedrückt. Dann wird durch Trocknung das Ergebnis 'Papier' in Spezialformen erzeugt.

Mehrere Länder mit Bananen-Kulturen sind bereits an diesem Herstellungsprozess interessiert: Indien, Kambodscha, Kolumbien, Kuba und Peru.

Es gibt über 500 verschiedene Rohstoffe zur Papierherstellung