Die Bedeutung des Kindergartens

Der Kindergarten ist sehr wichtig für die Entwicklung der Vorschulkinder.

Die Kinder im vorschulischen Alter (ab 3 Jahren) entwickeln verstärkt Neugierde und wollen ihre weitere Umgebung erkunden. Menschen außerhalb der Familie kennen zu lernen, gewinnt an Bedeutung. Für viele Kinder ist der Kindergarten einer der wenigen Orten, der ihnen auch Kontakt zu anderen Kindern bietet. Im „Vorschulalter“ entdeckt das Kind auch seine Individualität. Das Kind wird sich seiner selbst bewusst und selbstständig.

Die sozialen und emotionalen Fähigkeiten werden im Kindergarten geschult. Das Kind erwirbt wichtige soziale Verhaltensweisen, z. B. Toleranz und Rücksichtnahme.  Außerdem können die Kinder ihre Erfahrungen im sozialen Bereich erweitern und erleben Gemeinschaft mit anderen Kindern. Das sind Erfahrungen, die manche Kinder zu Hause nur begrenzt machen können. Sie lernen in altersgemischten Gruppen Rücksicht und Toleranz gegenüber Kleineren und Schwächeren. Sie erleben aber auch die Frustration, wenn sie nicht so gut oder so schnell sind, wie die größeren Kinder.

Das Kind lernt aber auch im Kindergarten, dass Dinge und Abläufe im Allgemeinen nach bestimmten Regeln funktionieren, die es berücksichtigen muss.

Der Kindergarten ist Ort des frühen Lernens. Bildungsbewusste Eltern können ihre Kinder in dieser wichtigen „Vorschulzeit“ besser fördern, Kinder aus bildungsärmeren Elternhäusern bekommen oft zu wenig Hilfe. So kommt es schon sehr früh zur Chancenungleichheit. Im Kindergarten werden bessere Startchancen für alle Kinder gewährt.

Die Lernvergangenheit eines Kindes ist in hohem Maße verantwortlich für sein Vorwärtskommen in der Schule. Lernvergangenheit bedeutet das Maß an Anregungen, Impulsen und Zuwendung, die ein Kind in den ersten Lebensjahren erfahren hat. Die Lernvergangenheit wird weitgehend auch durch den Kindergarten bestimmt. (Schenk-Danzinger)

entnommen aus: Schenk-Danzinger, L. (1988). Entwicklungspsychologie (20. Aufl.). Wien: Österreichischer Bundesverlag.

 
Eine interessante Seminararbeit zu diesem Thema gibt es von Dorothe König: Die Entwicklung des Kindes zwischen fünf und sieben Jahren.